„DAS GEFÜHL ALS BAUMEISTER“

Reinhard Hübsch

„Nicht in der Materialwahl, nicht in der Formensprache hat man sich geeinigt, sondern in einem inhaltlichen Bezugssystem, das eine große Vokabel zum Ausgangspunkt hat: Was die Architekten-Gruppe anstrebt, ist eine „gelungene Welt-Lebens-Sozial-Ordnung“; und diese „glückliche Ordnung“, so betont die Gruppe im Gespräch, ist nur mit, niemals ohne Architektur realisierbar.

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CHRONIK
GRÜNDUNGSPARTNER 1978:

 

DIPL.-ING. KLAUS MEYER; GEB. IN CHEMNITZ
ARCHITEKTURSTUDIUM FH AACHEN, DIV. BÜROS BIS 1970
PARTNER BIS: 2005

 

DIPL.-ING. CARL LANGENBACH; GEB. IN FREIBURG / BRSG.
ARCHITEKTURSTUDIUM TU MÜNCHEN (U.A. BEI HASENPFLUG, WIEDEMANN, ALBERS)
VERTIEFUNG / MITARBEIT TU KARLSRUHE (INSTITUT FÜR REGIONALWISSENSCHAFTEN)
PARTNER SEIT: 1978

 

DIPL.-ING. FERDINAND JEGAL; GEB. IN MÜNCHEN
ARCHITEKTURSTUDIUM TU MÜNCHEN; DIV. BÜROS IN MÜNCHEN, IN BERLIN BIS 1975
PARTNER BIS: 2005

 

INNENARCHITEKT JOSEF MONTABON; GEB. IN WESTERHOLT
INNENARCHITEKTURSTUDIUM FH IN DETMOLD, DIV. BÜROS IN MÜNCHEN/GARMISCH BIS 1975
PARTNER BIS: 1996, GESTORBEN IN FREIBURG 2012

 

DIPL.-ING. JÜRGEN DITTUS; GEB. IN LAHR
ARCHITEKTURSTUDIUM TU KARLSRUHE MIT STÄDTEBAULICHER VERTIEFUNG
1974 INTERNAT. SOMMERAKAD. SALZBURG (J. B. BAKEMA) / VERSCH. ARCH.-BÜROS / STADTPL. TÜBINGEN
MITARBEITER SEIT 1980, PARTNER SEIT: 1990

 

DR. ALEX M. RESCH
STUDIUM IN ITALIEN UND USA, ASSISTENT AN DER ETH ZÜRICH
PARTNER VON: 2000 BIS 2005

 

PARTNER SEIT 2005:

 

DIPL.-ING. CARL LANGENBACH
DIPL.-ING. JÜRGEN DITTUS

 

GEGENWÄRTIGER MITARBEITERSTAND: CA. 20 ARCHITEKTINNEN UND ARCHITEKTEN, CA. 4 MITARBEITERINNEN IM ORGANISATORISCHEN BEREICH (1 X GESCHÄFTSFÜHRUNG, 2 X SEKRETARIAT)

 

FRÜHERE PARTNER JE BEI SPEZIFISCHEN PROJEKTEN MITWIRKEND.

Reinhard Hübsch schreibt in der Badischen Zeitung:

„ARCHITEKTUR IN BADEN-WÜRTTEMBERG“:
DAS GEFÜHL ALS BAUMEISTER

 

„Nicht in der Materialwahl, nicht in der Formensprache hat man sich geeinigt, sondern in einem inhaltlichen Bezugssystem, das eine große Vokabel zum Ausgangspunkt hat: Was die Architekten-Gruppe anstrebt, ist eine „gelungene Welt-Lebens-Sozial-Ordnung“; und diese „glückliche Ordnung“, so betont die Gruppe im Gespräch, ist nur mit, niemals ohne Architektur realisierbar. Ein großer, ein hehrer Anspruch und Maßstab – wie realisiert er sich im Bau-Alltag? Die spezifische Architektur-Auffassung der Werkgruppe zeigt sich wohl am deutlichsten in ihren stadtplanerischen Arbeiten. Dem Ort selbst mißt sie einen hohen Stellenwert zu. Sehr zurückhaltend, außerordentlich feinfühlig reagiert sie auf vorgegebene Strukturen, um sie dann im Planungsprozeß herauszuschälen, sinnfällig zu machen, dem Unfertigen Kontur zu geben.

Dem Ort zu sich selbst verhelfen – so läßt sich ihr Bemühen einerseits zusammenfassen. Zum zweiten entwickelt die Werkgruppe Lahr immer klar definierte Bereiche, die unterschiedliche Funktionen wahrnehmen sollen. Die Welt im Kleinen: Jedes Einzelelement wird sichtbar, und doch soll es in einem übergeordneten Rahmen funktionieren. Und da der Werkgruppe Lahr das Bemühen um Transparenz, um DURCHSICHTIGKEIT DES AUFBAUS wichtig ist, prägt es – auf vermittelte Weise – eben auch die Formensprache. Die Funktionstrennung gibt – ob in den stadtplanerischen Entwürfen, in Großobjekten wie Verwaltungs-, Kultur- oder

Freizeit-Einrichtungen oder in Einfamilienhäusern – auch einen anderen Sinn: die AUSFORMUNG VERSCHIEDENER SPHÄREN UNTERSCHIEDLICHEN CHARAKTERS SOLL ERLEBNISBEREICHE STIFTEN, DIE DIE MÖGLICHKEIT BIETEN, DIFFERENZIERTE LEBENS- UND GEFÜHLSSITUATIONEN AUSZULEBEN.

Und schließlich entspricht diese Zonen-Bildung auch den Bedürfnissen und Etappen zwischenmenschlicher Kommunikation, nämlich denen nach Nähe und Freiraum, Intimität und Distanz. Jedes Haus der Werkgruppe ist deshalb von Schalen, von Häuten, von Schichten umgeben wie eine Zwiebel.

Die Architektur der Werkgruppe Lahr greift in einer selten gewordenen Weise DIE EMOTIONALEN BEFINDLICHKEITEN der Menschen auf, REAGIERT AUF GEFÜHLE, will sie umsetzen in „GLÜCK“ oder – weniger maximalistisch formuliert – in GEBORGENHEIT. Um diese Geborgenheit mündet auch ein in typische Motive ihrer Bauten – wie den Turm oder das beschützende Zeltdach.

Es gehe, so artikuliert das Team, um das „BEWOHNBAR-MACHEN DER WELT – wider Angst, Kälte, Fremdheit und Härte“: Das GEFÜHL ALS BAUMEISTER – die Werkgruppe Lahr geht einen schwierigen, gleichwohl erfolgreichen Weg, der mit zahlreichen WETTBEWERBSSIEGEN UND PREISEN GEPFLASTERT IST“.

  Reinhard Hübsch