GASTHAUS SOMMERAU

ORT: Bonndorf, Sommerau 5
BAUZEIT: 1989-1991
BAUHERR: Land B.W. Staatl. HBA Konstanz
VERANTW. PROJEKTPARTNER: Langenbach / Dittus
MITARBEITER: Fölting, Stulz

Wiederaufbau, sichtbare Skelettkonstruktion

 

» Erläuterung

PREISE / AUSZEICHNUNGEN:
1. Preis WBW 1989 / Deutscher Holzbaupreis 1992 / Auszeichnung Guter Bauten 1993 (Vorstufe H. Häring)

GASTHAUS SOMMERAU BONNDORF

Am 08.08.1988: vollständige Zerstörung des im idyllischen Steina-Tal bei Bonndorf gelegenen, über 200 Jahre alten SCHWARZWALD-GEHÖFTES: „GASTHOF SOMMERAU“ durch Feuer. Der Hof, 1812 zum Gasthof ausgebaut, beliebtes Ausflugsziel und Ferienquartier, war als markanter Baukörper die Mitte der wenigen Gebäude seiner Umgebung.

Im März 1989: Architekturwettbewerb:

(1. Preis an WERKGRUPPE LAHR)
Wiederaufbau ab Sommer 1990.
Deutscher Holzbaupreis: 1992

Auslobung

…ist nachzuweisen, dass mit zeitgemäßer ARCHITEKTURSPRACHE in ebenso überzeugender Weise LANDSCHAFTSBEZOGEN und LANDSCHAFTSSCHONEND und funktionsgerecht gebaut werden kann“.

RAUMPROGRAMM

GASTHOF: GASTRAUM / KÜCHE / 12 GÄSTE-DOPPELZIMMER / 10 GÄSTE-DOPPELZIMMER / Erweiterung;
ÖKONOMIEBEREICH: TRETMIST-STALL / BERGERAUM / Maschinenräume KEINE! „BILDÜBERRASCHUNG“ (Innovation): Übersetzung der THEMEN des LANDSCHAFTS-BILDES: „STILLE“; „Stetiges Wachsen“. „DAUER im Bestand“.

ERINNERUNG an „BEKANNTES“, „GESICHERTES“ mit den Mitteln und Materialien heutigen Bauens / SUCHE nach vertretbarer MILDE und „STIMMUNGSWEICHHEIT“ angesichts dieser Landschaft / GRATWANDERUNG zwischen „ANECKENDER“ TECHNOLOGISCHER KÄLTE einer denkbaren ZEITGEMÄSSEN LÖSUNG auf der EINEN, und der unerträglichen VERSCHLOSSENHEIT der gängigen „Krüppelwalm-Kulissen“ auf der ANDEREN Seite / KEINE REPRODUKTION geschichtlicher Rezepte, sondern FORTENTWICKLUNG der traditionellen, in vielfältigem Sinne ausgereiften Räume, Körper und Konstruktionen im Sinne veränderter Nutzungsanforderungen, und „BESONNENER“ BAUTECHNISCHER INNOVATION.

Ausser massivem Kellergeschoss, Fahrstuhlschacht und Nottreppenhaus ausschließlich mit HOLZ bzw. HOLZWERKSTOFFEN konstruiert (F 30). WETTERSCHUTZ; KEIN CHEMISCHER HOLZSCHUTZ / KEINE FARBHAUT.

AUS DEM PREISGERICHTSPROTOKOLL ZUM „DEUTSCHEN HOLZBAUPREIS“

„Die Architekten der Werkgruppe Lahr haben sich der Aufgabe mit Bravour unterzogen.“
„…aus Brettschichtholz einen zweigeschossigen Skelettbau errichtet, dessen Obergeschoss von einem umlaufenden, breiten Balkon begleitet wird.“
„… von einem weit ausladenden, steilen Walmdach aus Blech…“
„Die beiden Neubauten greifen, meist in vereinfachter Form, Merkmale des Schwarzwaldhauses auf. Änderungen gegenüber der traditionellen Bauweise wurden dort vorgenommen, wo die Verwendung neuer Materialien wirtschaftlich war und funktionelle Vorteile brachte.“
„Das Ergebnis dieses Ansatzes ist überraschend: In manchen Einzelheiten…“
„…erinnert die Erscheinung des Neubaus an das Schwarzwaldhaus..“
„…auf den ersten flüchtigen Blick bereit,…“
„..jedoch die durch die unvoreingenommene Verwendung neuer Materialien und Konstruktionen bewirkten „modernen“ Züge, die den Bau nicht weniger charakterisieren als die Übernahme traditioneller Formen.“
„…Dach gehört genauso einer zeitgemäßen Formensprache wie die elegante, ja fast filigrane Dimensionierung der sichtbaren Teile der Dachkonstruktion.“
„…muß den Architekten bestätigt werden, dass ihrem kühnen Bemühen, zeitgemäß in überkommenen Formen zu bauen, ein überzeugender Erfolg beschieden war.“
„…hier mit Vorurteilslosigkeit und einem tieferen Verständnis für Architektur… ausgegangen wird.“